Deckelbad

In der Pionierzeit der Anstalten für psychisch kranke Menschen Ende des 19. Jahrhunderts steht die Verwahrung im Vordergrund: auch mit speziellen Geräten wie dem so genannten Deckelbad, einer Badewanne mit abschliessbarem Deckel, aus dem nur noch der Kopf herausragte. Das galt als therapeutischer Fortschritt und »humane« Methode, Patienten zur Ruhe zu bringen.
Bei so einer »Dauerbad-Kur«, die der Beruhigung dienen sollte, wurden Patienten bei Wassertemperaturen zwischen zwanzig und dreißig Grad Celsius über Tage und Wochen hinweg mehrere Stunden am Tag in der Badewanne festgehalten. Aufgebrachte Patienten wurden darin bis zu 14 Stunden lang im Wasser liegend eingesperrt.

Deckelbad, Aus: PSYCHIATRIE - EIN LEHRBUCH FÜR STUDIERENDE UND ÄRZTE VON Dr. EMIL KRAEPELIN, ACHTE AUFLAGE 1909

Deckelbad,
Aus: PSYCHIATRIE – EIN LEHRBUCH FÜR STUDIERENDE UND ÄRZTE
VON Dr. EMIL KRAEPELIN, ACHTE AUFLAGE 1909